Archiv für Oktober 2009

action week 16.–20.10.09

Das deutsche Bildungssystem ist ein Sanierungsfall. Dass die nächste Regierung aus schwarz/gelb gebildet wird, hat uns – den Betroffenen: SchülerInnen, Studierende, LehrerInnen – die letzte Hoffnung auf eine Verbesserung geraubt. Zwar werden viele Schulen gerade jetzt aufgrund der Konjunkturpakete renoviert, doch diese Maßnahmen sind oberflächlich und kommen meistens nur bestimmten „Prestigeschulen“ zugute. Das Gros der Bildungseinrichtungen leidet an chronischem Personalmangel, überfüllten Lehrplänen und maroden Schulgebäuden.

Unsere Kritik bezieht sich jedoch nicht nur auf die äußeren Begebenheiten unseres Bildungssystems, sondern auch auf die Prinzipien, die diesem zugrunde liegen: Statt interaktivem Unterricht, bei dem gemeinsam Inhalte erarbeitet werden, wird auf starren Frontalunterricht gesetzt. Wenige Menschen in Deutschland empfinden die eigene Schulzeit als besonders angenehm oder produktiv. Diese Einstellung hat einen Grund, denn der natürliche Lerntrieb des Menschen wird durch hierarchisch aufgebautem Unterricht mit ständigem Leistungsdruck zerstört.

Reflektiert man die Rolle des Bildungssystem in unserer Gesellschaft, kommt man zum Schluss, dass nicht Allgemeinbildung, oder „Bildung für’s Leben“ die Ziele sind, sondern dass es lediglich darum geht den Menschen an Konkurrenzdenken, Leistungsdruck und Identitätsverlust zu gewöhnen. – Denn das erwartet ihn in der Gesellschaft nach der Schule.

Unsere Kritik des Bildungssystem ist also gleichzeitig eine Kritik unserer Gesellschaft und der gegenwärtigen Zustände. Gegen das jetzige Bildungssystem für Solidarität und freie Bildung!